1875 gründet Philipp Karl Glück eine Mineralwasserhandlung. Anfangs verkauft er nur wenige Tausend Krüge Mineralwasser im Jahr, die er fremd bezieht.
1895 legt Philipp Karl Glück seinen ersten eigenen Mineralbrunnen an und stellt schrittweise von Tonkrügen auf Glasflaschen um.
1910 heiraten Heinrich Hummel und Glücks Tochter Elise Marie und er steigt in den Betrieb seines Schwiegervaters ein. Während des Ersten Weltkrieges fällt Heinrich Hummel im August 1914 in Frankreich.
1919 meldet Elise Hummel ein Gewerbe als Mineralwasserhändler an. Im selben Jahr stirbt der Vater und Firmengründer Philipp Karl Glück.
1920 heiratet Elise Hummel in zweiter Ehe den gelernten Metzger Jakob Otto Schmidt. Mit der Heirat steigt Otto Schmidt in das Unternehmen seiner Ehefrau ein.
1927 erhält die Mineralwasserhandlung der Familie Schmidt den Namen Astra-Quelle. Das erste eigene Transportfahrzeug, ein grüner NSU mit Vollgummibereifung, löst nach und nach die Pferdefuhrwerke ab. Zur Sicherung des Unternehmens wird 1927/28 ein neues Mineralwasservorkommen erschlossen.
1934 kann die Astra-Quelle rund 200.000 Flaschen Mineralwasser und Limonade abfüllen und absetzen.
1941 wird der ältere Sohn Otto Wilhelm zum Heeresdienst eingezogen und gilt seit November 1942 in Russland als vermisst.
1947 kehrt der jüngere Sohn Willi aus amerikanischer Gefangenschaft in die Heimat zurück und nimmt den Wiederaufbau des elterlichen Betriebs auf.
1952 sind bei der Astra-Quelle 12 Personen beschäftigt.
Absatzzahlen der Astra-Quelle:
1953 1.873.561 Flaschen
1954 1.911.356 Flaschen
1955 2.215.243 Flaschen
1953 erfolgt die Eintragung der Astra-Quelle O. Schmidt OHG in das Handelsregister.
1959 wird in der Feststraße 9 ein ergiebigeres Mineralwasservorkommen erschlossen. Das hochmineralisierte Mineralwasser findet zwischen den Jahren 1960 und 1978 im nahegelegenen Sanatorium Haus Margarete für das Thermalschwimmbad sowie für Bäder Anwendung und wird im Jahr 1969 als Heilwasser staatlich anerkannt.
1961 kann in der Feststraße 9 der neue, mit modernster Anlagentechnik ausgestattete Betrieb die Produktion aufnehmen. Im selben Jahr nimmt Willi Schmidt Geschäftsbeziehungen zu Willi Leibbrand, dem Gründer des Handelsunternehmens HL, auf.
1969 installiert der Anlagenhersteller Ortmann & Herbst aus Hamburg eine neue Füllanlage mit einer Füllleistung von 30.000 Flaschen pro Stunde. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Umstellung auf Kunststoffkästen.
1970 beginnt die Tochter von Willi Schmidt, Heidemarie Schmidt, mit ihrer Tätigkeit im Unternehmen.
1970 gründen die acht Bad Vilbeler Mineralbrunnen Astra-, Hessental-, Jamina-, Kronia-, Mayen-, Siegfried- und Sport-Quelle sowie der Wilhelms-Brunnen die Kooperationsgesellschaft Vib – Mineralbrunnen GmbH. Als erste Produkte werden ein naturtrübes Zitronenfruchtsaftgetränk sowie TOPP COLA auf dem Markt eingeführt.
1971 wird schrittweise auf die neue Brunneneinheitsflasche mit Schraubverschluss umgestellt. Die Abfüllung von Porzellan-Hebelverschluss-Flaschen läuft noch eine Zeit lang parallel und endet im November 1972.
1972 werden im Auftrag der Vib – Mineralbrunnen GmbH auf Massenheimer Gemarkung die Ried-Quelle und der Ritter-Bechtram-Sprudel erschlossen und als weitere Zweitmarken auf den Markt gebracht.
1976 beträgt die Produktionsmenge insgesamt 53.279.505 Flaschen.
1977 erwirbt die Astra-Quelle ein Grundstück im Bad Vilbeler Gewerbegebiet Im Rosengarten und verlagert den Produktionsstandort dort hin.
1982 erfährt der Markenauftritt der Astra-Quelle grundlegende Veränderungen.
1985 pachtet die Astra-Quelle einen bestehenden Mineralbrunnen auf dem Grundstück der Scharmühle im Karbener Ortsteil Rendel und erschließt dort in den Jahren 1991, 1999 und 2003 weitere Quellen.
1995 erfährt der Markenauftritt der Astra-Quelle eine Auffrischung.
1996 kommt es erstmals zu empfindlichen Absatzrückgängen bei der Erstmarke Astra in den HL-, Minimal- und Penny-Filialen der REWE-Gruppe. Die Rede ist von 5 bis 6 Millionen Füllungen Absatzverlust im Vergleich zum Vorjahr.
2001 wird eine Anlage für die Abfüllung von 0,5 L, 1,0 L und 1,5 L PET-Einwegflaschen mit einer durchschnittlichen Leistung von 14.000 Flaschen pro Stunde in Betrieb genommen.
2003 werden rund 80 Millionen Füllungen abgesetzt.
2006 hat sich der Jahresabsatz auf 40 Millionen Füllungen halbiert.
2007 sind es nur 12 Millionen Füllungen im ersten Halbjahr.
2007 verkünden die Geschäftsleitung und der Betriebsrat der Astra-Quelle die Einstellung der Produktion zum 31. Oktober 2007. Betroffen sind 55 Mitarbeiter, die teilweise seit Jahrzehnten im Unternehmen tätig sind. Anschließend wird das Unternehmen liquidiert und die Gesellschaft im Handelsregister 2009 gelöscht.
2024 beginnt mit der Gründung der Reinhard Wilhelm & Heidemarie Schmidt Stiftung ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Astra Quelle – ein Kapitel, das die Werte des Familienunternehmens in die Zukunft trägt und in gemeinnützigem Wirken fortführt.